Die Babeș-Bolyai-Universität – eine kurze Geschichte

I. Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert – die Vorgänger der modernen Universität

A. Die Etappe 1578-1607

Die Geschichte der Klausenburger akademischen Bildung reicht weit zurück und ist mit der Entwicklung der Stadt an dem Someș-Fluss verknüpft. Die Grundlagen des universitären Lebens wurden im 16. Jahrhundert gelegt. Im Jahr 1578 bat der Fürst Siebenbürgens, Stephan Báthory, um die Zustimmung des Papstes Gregor XIII. für die Errichtung eines Jesuitenkollegiums in Klausenburg. Im nächsten Jahr entsandte der Papst seine erste Mission mit diesem Zweck nach Siebenbürgen, zu welchem die Jesuiten Stephan Szántó (Arator), Jakob Wujek, Valentin Ladó, Luigi Odescalchi, Justius Rabbus, Matias Thomány und Wolff Schreck zählten.

Die Gründungsurkunde des Jesuitischen Kollegium Major zu Klausenburgwurde vom Stephan Báthory am 12. Mai 1581 in Vilna (heute Vilnius, Litauen) erlassen. Der Wunsch des Gründers war, dass dieses Kollegium Major eine mit den etablierten Universitäten der Zeit vergleichbare Einrichtung wird, und Vorlesungen in Grammatik, Philosophie, Theologie und Rhetorik bieten sollte. In diesem Kollegium sollten die klassischen Sprachen Latein, Hebräisch und Altgriechisch studiert und die Titel Baccalaureus, Magister und Doktor erlangt werden können. Der erste Rektor des Kollegiums war Jakub Wujek (Foto). Die Unterrichtssprache des Kollegiums war das Latein.

Jakob Wujek
Jakub Wujek
Antonio Possevino
Antonio Possevino

Im Jahr 1583, parallel zum Kollegium Major der Jesuiten, hat auch die Tätigkeit des Pontifikalen und Königlichen Seminars (Seminarium Pontificium ac Regium) begonnen, für die Bildung der katholischen Priester. Der Jesuitendiplomat Antonio Possevino wurde entsandt, um dieses Seminar auf der pädagogischen und administrativen Ebene zu organisieren. Aus diesen Gründen kann Antonio Possevino (Foto) als der geistige Gründervater der höheren Bildung der Jesuiten in Klausenburg betrachtet werden. Die Tätigkeit des jesuitischen Kollegium Major setzte sich ohne Unterbrechung, aber mit kleineren Aussetzern, bis zum Jahr 1607 fort, bis die Jesuiten aus Siebenbürgen vertrieben wurden.


B. Die Etappe 1698-1872

Collegium  Claudiopolitanum
Beginnend mit dem Herbst 1698 wurde die Lehrtätigkeit der Jesuitischen
Akademie (bekannt in den Urkunden der Zeit als Collegium Claudiopolitanum (Foto) oder Academia Claudiopolitana wieder aufgenommen, als rechtliche Nachfolgerin des Jesuitischen Kollegium Major. In demselben Jahr wurde das Jesuitenseminar neu begründet. An dem Collegium Claudiopolitanum studierte man auf Latein und Deutsch (ab 1751) und unter den hier unterrichteten Disziplinen können wir die Logik, Rhetorik, Theologie, Philosophie, Naturwissenschaften, Mathematik und die Rechtswissenschaften erwähnen.


Colegiul Academic Iezuit
Am Anfang des 18. Jahrhunderts hat der Jesuitenorden die Bauarbeiten auf der östlichen Seite der heutigen Mihail Kogălniceanu-Straße angefangen: diese sollten die repräsentativen Bauten des Akademischen Jesuitenkollegiums, der Jesuitenkirche (Foto), das Internat „Báthory-Apor”, sowie das Gebäude des adeligen Konvikts (heute „Echinox”-Gebäude) sein.


Im Jahr 1753 hat die Kaiserin Maria Theresia das Collegium Claudiopolitanum auf den Rang eines Akademischen Universitätskollegiums erhoben. Nach der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 wurde das Klausenburger Akademisches Universitätskollegium unter der Leitung des Piaristenordens gestellt. Im Jahr 1780 hatte das Akademische Kollegium folgende Bestandteile: die Fakultät für Philosophie mit 5 Lehrstühlen (Logik und Metaphysik; Physik; Mathematik; Geometrie-angewandte Mathematik und Geschichte); die Fakultät für Rechtswissenschaften (mit den Lehrstühlen für kanonisches- und Strafrecht, Bürgerliches und Römisches Recht); die Fakultät für Medizin (mit einem einzigen Lehrstuhl für Anatomie, Chirurgie und Geburtsheilkunde), sowie die Fakultät für Theologie (mit vier Lehrstühlen).


Im Jahr 1784, infolge des Beschlusses des Kaisers Joseph II, wurde das Akademische Universitätskollegium aus Klausenburg in einem Akademischen Königlichen Lyzeum umgestaltet (Lyceum Regium Academicum). In diesem neuen Rahmen verblieben drei gesonderte Fachrichtungen – Philosophie, Rechtswissenschaften und Medizin, die Theologie wurde nach Alba Iulia/Karlsburg übersiedelt. Während des 19. Jahrhunderts haben in Klausenburg auch andere mittlere und höhere Bildungsanstalten funktioniert: das Medizinisch-Chirurgische Institut, die Rechtsakademie (gegründet 1863), das Reformierte Kollegium (welches auch ein Jurastudium ermöglichte), das Unitarische Kollegium (mit Lehrstühlen für Rechtswissenschaften und Theologie).

II. Der Zeitabschnitt 1872-1918 – die Zeiten des ungarischsprachigen Unterrichts an der Klausenburger Universität (Universität Klausenburg, ab 1881 Königlich-Ungarische Universität "Franz Josef")

Áron Berde
Áron Berde
Am 12. Oktober 1872 hat Franz Josef I., Kaiser von Österreich und König von Ungarn, die Gesetzesartikeln XIX und XX genehmigt, welche die Gründung der Königlichen Ungarischen Universität vorsahen. Diese Einrichtung öffnete ihre Pforten mit vier Fakultäten: die Fakultät für Rechts- und Staatswissenschaften (12 Lehrstühle), die Fakultät für Medizin (11 Lehrstühle), die Fakultät für Philosophie, Philologie und Geschichte (10 Lehrstühle) und schließlich die Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften (7 Lehrstühle). Neben den letzteren zwei Fakultäten wurde auch ein pädagogisches Institut gegründet, wo die künftigen Gymnasiallehrer herangebildet werden sollten. Der erste Rektor der Klausenburger Universität war Áron Berde (Foto), welcher vorher Leiter der Rechtsakademie gewesen ist.

Erst am 4. Januar 1881 hat Franz Josef I. die offizielle Gründungsurkunde der Universität erlassen und genehmigt, dass diese seinen Namen tragen soll. Diese Verspätung tritt wegen der prekären Lage der Infrastruktur der Bildung und Forschung in Klausenburg ein. Nach und nach wurden aber die umfangreichen Bauarbeiten um die Errichtung der Universität angefangen. Bis 1918, gegen Ende des Ersten Weltkriegs, wurden insgesamt 63 Gebäuden für die Unterbringung der Bildungstätigkeit errichtet. Die wichtigsten davon waren:

  • Das Hauptgebäude der Universität (Foto), errichtet in drei Etappen in der Zeitspanne 1893-1902. Mit einem architektonischen Stil der Neorenaissance und einer Gesamtfläche von 4 226 m2 umfasst dieses Gebäude bis zum heutigen Tag sowohl Lehrräume als auch Zeremoniensäle wie die Aula Magna. (Foto).
  • Das Gebäude der Universitätsbibliothek (Foto), erbaut 1906-1909, nach dem Modell der Universitätsbibliothek aus Basel (Schweiz)
  • Das Gebäudekomplex der Universitätskliniken (Foto), mit einer gesamten Baufläche von 10 049 m2, fertiggestellt im Jahr 1903.

Clădirea centrală a universității
Hauptgebäude der Universität
Aula Magna
Aula Magna
Clădirea Bibliotecii Universitare
Gebäude der Universitätsbibliothek
Complexul de clădiri al clinicilor universitare
Gebäudekomplex der Universitätskliniken

Die ungarische Universität begann ihre Tätigkeit mit einem Professorenkorps von 40 Lehrenden für die 40 Lehrstühle; bis 1919 wuchs die Anzahl der Lehrstühle auf 61 mit insgesamt 150 Universitätsprofessoren und einem zahlreichen Lehrpersonal von geringerem Rang, unterstützt von Aushilfs- und Verwaltungskräften. Viele Lehrende haben besondere und international anerkannte wissenschaftliche Leistungen erbracht. Unter diesen können wir nennen: die Mathematiker Lipót Fejér, Alfréd Haar und Frigyes Riesz; den Geograph Jenö Cholnoky; den Polihistor Sámuel Brassai; den Archäologen Béla Pósta; die Physiker Lajos Martin și Gyula Farkas usw.

Die Studierenden der Universität gehörten allen siebenbürgischen Nationalitäten an (Ungarn, Rumänen, Deutsche, Juden, Armenier usw.) und vertraten alle hiesigen Konfessionen (Protestanten, Katholiken, Orthodoxe, Griechisch-Katholiken, mosaischen Glaubens usw.). Ab 1895 wurde an der Klausenburger Universität das Studium für Frauen gestattet. Zwischen 1872-1918 haben an der Ungarischen Universität zu Klausenburg über 40.000 Personen studiert und es wurden ungefähr 12.000 Abschlussdiplome verliehen. Über 2.600 Studierende waren Rumänen, unter ihnen viele markante Persönlichkeiten: Iuliu Maniu (Student der Rechtswissenschaften), Iuliu Hațieganu (Medizin), George Coșbuc (Philosophie), Vasile Meruțiu (Naturwissenschaften) u.a.

III. Die Zeitspanne 1919-1940 - die rumänische Universität der Zwischenkriegszeit (Universität "König Ferdinand I.")

Sextil Puşcariu
Am Ende des Ersten Weltkrieges, nach der Vereinigung Siebenbürgens mit Rumänien und der Gründung Großrumäniens wurde durch das Dekret Nr. 4090 vom 12. September 1919, unterfertigt vom König Ferdinand I., die offizielle Gründung, beginnend mit dem 1. Oktober 1919, der Rumänischen Universität in Klausenburg angeordnet. Die neue akademische Einrichtung umfasste vier Fakultäten: Rechtswissenschaften, Medizin, Wissenschaften, Philologie und Philosophie. Die frische akademische Gemeinschaft hat auch die Professoren berufen, welche im ersten Jahr die Universität leiten sollten: Sextil Pușcariu – Rektor (Foto), Nicolae Drăganu – Vizerektor, Gheorghe Bogdan-Duică – Dekan der Philologie, Dimitrie Călugăreanu – Dekan der Fakultät für Wissenschaften, Iuliu Hațieganu – Dekan der Medizin und Vasile Dimitriu – Dekan der Rechtswissenschaften. Im ersten Semester zählte die rumänische Universität 1.871 Studierende, und im zweiten 2.182. Die Einführungsvorlesung, mit dem suggestiven Titel Die Aufgabe unseres Lebens, wurde am 3. November 1919 (foto) von dem berühmten Archäologen und Historiker Vasile Pârvan vor einer beeindruckenden Hörerschaft gebildet aus Lehrenden, Studierenden und anderen Vertretern der siebenbürgisch-rumänischen Elite vorgetragen.

Zwischen dem 31. Januar und 2. Februar 1920 fanden die offiziellen Eröffnungsfeierlichkeiten der Rumänischen Universität zu Klausenburg statt, mit der Anwesenheit des Königs Ferdinand I, der Königin Maria, sowie zahlreicher rumänischer und ausländischer Persönlichkeiten der Wissenschaft und Politik. Der König Ferdinand I. hat den Betrag von 400.000 Lei aus seinem eigenen Vermögen für die Gründung des Instituts für Nationale Geschichte gespendet.

Im Jahr 1924 wurde im Amtsblatt das Gesetz angenommen und veröffentlicht, welches die Klausenburger Universität als „juristische Person des öffentlichen Rechts” anerkannte.

Die erste Dekade der Existenz der rumänischen Universität aus Klausenburg stand unter dem Zeichen der Errichtung einer leistungsfähigen Lehr- und Forschungsgemeinschaft, welche konstant die Gegebenheiten des siebenbürgischen Kontexts beachten sollte. Bis im Jahr 1932 waren die Prinzipien der Wirkung des akademischen Korps und der Universitätsämter einigermaßen verschieden gestaltet im Vergleich zu den Universitäten aus Iaşi und Bukarest; die Klausenburger Universität genoss mehr Autonomie und Flexibilität. Auf der Ebene der Wissenschaft und der Bildung zeichnete sich die Zeitspanne 1919-1932 durch eine Diversifizierung der Disziplinen, sowie durch die Schaffung einer bemerkenswerten Anzahl an Instituten, Labors, Lehrstühle und Seminare aus, welche entscheidend zur Steigerung des Prestiges der Klausenburger Universität beigetragen haben. Zu dieser Zeit wurden gegründet: das Institut für Höhlenkunde (Foto) (geleitet von Emil Racoviță), der Botanische Garten (Direktor Alexandru Borza), die Sternwarte, das Institut für Nationale Geschichte (unter der Leitung von Alexandru Lapedatu und Ioan Lupaș), das Museum der rumänsichen Sprache (foto) (geleitet von Sextil Pușcariu), das Institut für experimentelle, vergleichende und angewandte Psychologie (gegründet von Florian Ștefănescu-Goangă), das erste Institut für die Erforschung der Tollwut aus Siebenbürgen, die Seminare für Mathematik (geleitet von Petre Sergescu) und für Kunstgeschichte, die Lehrstühle für Journalismus und Sozialpolitik usw.

Institutul de Speologie
Institut für Höhlenkunde
Muzeul Limbii Române
Museum der rumänsichen Sprache

 

Im Oktober 1927, als ein Zeichen der Hommage, wird die Klausenburger Universität offiziell den Namen des ersten Königs Großrumäniens annehmen, mit der neuen Benennung „Universität Ferdinand I”; diesen Namen wird sie bis 1948 beibehalten.

Die Jahre 1932-1940 haben sich einerseits durch die Vereinheitlichung der administrativen Tätigkeit der Universitäten Rumäniens gekennzeichnet; die Klausenburger Universität bekam dieselbe Organisierung wie diejenigen aus Bukarest und Iași. Andererseits war diese die Zeitspanne unter der Leitung des Rektors Florian-Ștefănescu Goangă, in welcher die Universität eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht hat. Jetzt wurden einige größere Projekte der akademischen Infrastruktur fertiggestellt: das Akademische Kollegium (eröffnet 1937) (Foto), sowie der Sportpark (gegründet auf die Initiative des Iuliu Hațieganu) (Foto). In diesen Jahren wurde die Rechtsakademie aus Oradea/Großwardein in die Fakultät für Rechtswissenschaften der Klausenburger Universität eingegliedert.

 Colegiul AcademicAkademische Kollegium
Parcul Sportiv
Sportpark

 

IV. Die Klausenburger Universität in den Jahren des Zweiten Weltkrieges (1940-1944)

Am 30. August 1940 wurde der nördliche Teil Siebenbürgens, einschließlich
Klausenburgs, durch den Wiener Schiedsspruch an Ungarn abgetreten. Die Auswirkungen auf die Klausenburger Universität zeigten sich unmittelbar. Im September 1940 wurden die Lehrenden und Studierenden gezwungen, Klausenburg zu verlassen und einen Zufluchtsort für die Fortsetzung der Lehr- und Forschungstätigkeit zu suchen. Nach der Überlegung mehrerer Varianten wurde die Spaltung der Klausenburger Universität beschlossen: Die Fakultäten für Philologie und Philosophie, Medizin und Rechtswissenschaften zogen nach Sibiu/Hermannstadt, und die Fakultät für Wissenschaften übersiedelte nach Temeswar. Die Eröffnung des akademischen Jahres fand in Hermannstadt und Temeswar am 10. November 1940 statt; die Universität funktionierte in den neuen Zufluchtsorten ohne Unterbrechung während des gesamten Zweiten Weltkrieges. So wie es Iuliu Hațieganu, der Rektor der Universität zwischen 1941 und 1944 ausdrückte, war die Berufung der Universität unter den neuen sozial-politischen und organisationsmäßigen Bedingungen die Pflege und Förderung der rumänischen Spiritualität im Bildungsraum des rumänischen Volkes, in Siebenbürgen.


Während die „Universität Ferdinand I” nach Hermannstadt und Temeswar geflüchtet ist, wurde die „Franz-Josefs-Universität” aus Szeged zurückgesiedelt und hat ihre Tätigkeit in Klausenburg wieder aufgenommen, mit ungarischer Unterrichtssprache. Diese umfasste jetzt fünf Fakultäten: die Fakultät für Rechts- und Staatswissenschaften (Jura), für Mathematik und Naturwissenschaften, die Fakultät für Kunst, Sprachen und Historische Wissenschaften (Philologie), die Fakultät für Medizin und die für Wirtschaftswissenschaften.

V. Die Jahre 1945-1948 - der „schmerzhafte Übergang” zum Kommunismus

Das akademische Leben in Klausenburg wurde von dem geopolitischen Kontext vom Ende des Zweiten Weltkrieges tief beeinflusst. Im Frühjahr 1945, nach der Wiederherstellung der rumänischen Verwaltung in Siebenbürgen, kehrte die „Universität Ferdinand I” in die Stadt zurück, nach den Jahren der Zuflucht in Hermannstadt und Temeswar. Die Jahre 1946-1947 waren von der massiven, politisch-ideologisch motivierten Säuberung des Professorenkorps der Universität gekennzeichnet.

Parallel wurde, durch das Königliche Dekret Nr. 407 vom 29. Mai 1945, die „Universität mit ungarischer Unterrichtssprache” in Klausenburg gegründet. Der Aufbau dieser neuen Einrichtung umfasste die Fakultät für Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, die Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften, die Fakultät für Philologie und Geschichte. Für eine kurze Zeitspanne hat hier auch eine Fakultät für Medizin funktioniert, welche später nach Târgu-Mureş/Neumarkt a. Mieresch übersiedelt wurde. Im Dezember 1945 wurde die ungarische Universität in Klausenburg in „Bolyai-Universität” umbenannt, als Hommage an den zwei berühmten siebenbürgischen Mathematiker, Farkas und János Bolyai, Vater und Sohn.

 VI. Die Zeitspanne 1948-1959: - die parallelen Universitäten: die "Victor Babeş" und die "Bolyai"-Universität

Am 30. Dezember 1947 wurde die Volksrepublik Rumänien ausgerufen. Der Kommunismus hatte für lange Jahre gesiegt. Folglich wurde im Mai 1948, die „Universität Ferdinand I.” aus Klausenburg offiziell in ,,Victor Babeş-Universität” umbenannt.

Als Folge der Reform des Unterrichtswesens vom August 1948 wurde die Struktur sowohl der „Victor Babeş” als auch der „Bolyai”-Universität drastisch geändert. So wurden die Fakultäten für Medizin komplett und definitiv aus den Universitäten ausgegliedert und in eigenständige Einrichtungen umgewandelt. Gleichweise wurden im Herbst 1948 die Lehrstühle für dialektischen und historischen Materialismus, für die Grundlagen des Marxismus-Leninismus und für Politische Wirtschaft eingerichtet. Im Herbst 1957 wurden an den Fakultäten und Abteilungen die Vorlesungen des Teilzeit (Abend-) und Fernstudiums angefangen.

In all dieser Zeitspanne haben an der „Victor Babeş”-Universität folgende Fakultäten, mit einer Dauer des Studiums von vier Jahren, funktioniert: die Fakultät für Mathematiken und Physik, die Fakultät für Naturwissenschaften, für Chemie, für Geologie-Geografie, für Pädagogik und Psychologie, die Fakultät für Philologie, für Philosophie und die Fakultät für Geschichte (die letzteren zwei wurden 1954 vereinigt). Es gab außerdem auch eine Fakultät für Rechts- und Verwaltungswissenschaften, mit der Dauer des Studiums von drei Jahren, welche für eine kurze Zeit (1951-53) zusammen mit der Fakultät für Rechtswissenschaften der „Bolyai”-Universität funktioniert hat.

In derselben Zeitspanne umfasste die „Bolyai”-Universität die Fakultäten für Wirtschafts-, Rechtswissenschaften und der Öffentlichen Verwaltung mit 18 Lehrstühlen; die Fakultät für Naturwissenschaften mit acht Lehrstühlen; die Fakultät für Mathematik und Physik, mit 10 Lehrstühlen; die Fakultät für Chemie mit fünf Lehrstühlen; die Fakultät für Geschichte, mit sieben Lehrstühlen; die Fakultät für Philosophie, mit vier Lehrstühlen, und die Fakultät für Pädagogik und Psychologie, mit zwei Lehrstühlen.

VII. Die Babeş-Bolyai-Universität (ab 1959)

Infolge der Beschlüsse der Staats- und Parteileitung Rumäniens wurde im März-Juli 1959 die Gründung einer einzigen staatlichen Universität in Klausenburg, durch die Vereinigung der rumänischen mit der ungarischen Universitäten, vorgenommen.

Die neue Einrichtung, welche ihre Tätigkeit im September 1959 aufgenommen hat, trug die Benennung Babeş-Bolyai-Universität (Foto) und umfasste im Moment der Gründung sechs Fakultäten: die Fakultät für Mathematik und Physik, die Fakultät für Chemie, die Fakultät für Naturwissenschaften-Geografie, die Philologische Fakultät; die Fakultät für Rechtswissenschaften; die Fakultät für Geschichte und Philosophie. Der erste Rektor der Babeş-Bolyai-Universität war der Professor Constantin Daicoviciu (Foto). Bei der Gründung verfügte die Babeş-Bolyai-Universität insgesamt über 702 didaktische Stellen, im Vergleich zu den 782 vor der Vereinigung. Im akademischen Jahr 1959/1960 betrug die Anzahl der Studierenden der Babeş-Bolyai-Universität 4.502, von welchen 3. 159 Rumänen, 1.285 Ungarn, 36 Deutsche und 22 anderer Nationalität waren.

Constantin Daicoviciu
Constantin Daicoviciu
Cadirea Centrala
Hauptgebäude

campusul de cămine studențești Hașdeu
Studentencampus Hașdeu
In der Zeitspanne 1959-1970 durchmachte die Klausenburger Universität einen langwierigen Vorgang der Umgestaltung der Fakultäten, Lehrstühle, Abteilungen, der Studienpläne und -Programme. Im Jahr 1961 wurde die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften gegründet. Allmählich hat man eine akademische Struktur erreicht in welcher die Universität, zusammen mit dem dazugehörigen Pädagogischen Institut 16 Fakultäten mit 37 Abteilungen für das Vollzeitstudium, 11 Abteilungen für die Abendvorlesungen und 20 Abteilungen für das Fernstudium umfasste. In dieser Zeit wurden neue Investitionen zugunsten der Lehrenden und Studierenden getätigt: das Studentencampus Hașdeu (foto) wurde erbaut, sowie auch das Studentische Kulturhaus.

Im akademischen Jahr 1970/1971 wurde die bis dahin höchste Anzahl von immatrikulierten Studierenden erreicht: 14.438 (6.742 beim Vollzeitstudium, 235 beim Abendstudium und 7.461 beim Fernstudium), sowie die höchste Anzahl der Lehrenden – 841 Personen (102 Professoren, 151 Dozenten, 299 Lektoren, 198 Assistenten und 91 Praktikanten). Die letzten zwei Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts stellten eine schwierige Etappe des akademischen Lebens in Klausenburg dar. Jetzt fand eine graduelle Einschmälerung der Lehr- und Forschungstätigkeiten statt, zusammen mit der internen Komassierung der Fachrichtungen, das Verschwinden einiger Disziplinen (wie z.B. die Psychologie), sowie eine Verringerung der Kontakte mit den ausländischen universitären Einrichtungen, und die Herabstufung des Statuts der Studierenden und Lehrenden usw.

Im Jahr 1989 studierten an der Babeş-Bolyai-Universität insgesamt 5.619 Studierende; das Professorenkorps zählte der Nationalität nach 470 Rumänen, 81 Ungarn, 6 Deutsche und 10 Angehörige anderer Minderheiten. Am 22. Dezember 1989 wurde die Erklärung für eine neue Universität des Oberen Daziensveröffentlicht, welche den Willen des akademischen Korps Ausdruck gab, die Klausenburger Universität auf modernen Grundlagen, ähnlich wie in der Zwischenkriegszeit, infolge des Sturzes des kommunistischen Regimes, aufbauen zu wollen.

Nach 1990, im neuen Kontext der demokratischen Eröffnung Rumäniens hat die „Babeş-Bolyai”-Universität eine Zeit tiefer Veränderungen durchgemacht. Beginnend mit 1995 wurde die Einrichtung eines multikulturellen universitären Studiums beschlossen, mit drei Stützpfeilern: die rumänisch- ungarisch- und deutschsprachigen Studienrichtungen. Zwischen 1991 und 2005 fand auch eine breite Diversifizierung der Fakultäten statt, durch ihre Herauslösung aus den älteren Strukturen oder durch Neugründungen. Beginnend mit dem akademischen Jahr 2006/2007 funktioniert somit die „Babeş-Bolyai”-Universität in einer Struktur von 21 Fakultäten. Die Infrastruktur der Bildung und Forschung hat sich auch in den letzten Jahrzehnten stark entwickelt; 1997 wurde eine der größten Investitionen angefangen: der Bau des Campus der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und Unternehmensführung (Foto Campus) (Foto Psychologie-Kubus usw.). Die Kontakte und Kooperationen mit traditionsreichen Akademien und Universitäten der ganzen Welt wurden wieder aufgenommen; es Nach 1990, im neuen Kontext der demokratischen Eröffnung Rumäniens hat die "Babeş-Bolyai"-Universität eine Zeit tiefer Veränderungen durchgemacht. Beginnend mit 1995 wurde die Einrichtung eines multikulturellen universitären Studiums beschlossen, mit drei Stützpfeilern: die rumänisch- ungarisch- und deutschsprachigen Studienrichtungen. Zwischen 1991 und 2005 fand auch eine breite Diversifizierung der Fakultäten statt, durch ihre Herauslösung aus den älteren Strukturen oder durch Neugründungen. Beginnend mit dem akademischen Jahr 2006/2007 funktioniert somit die "Babeş-Bolyai"-Universität in einer Struktur von 21 Fakultäten. Die Infrastruktur der Bildung und Forschung hat sich auch in den letzten Jahrzehnten stark entwickelt; 1997 wurde eine der größten Investitionen angefangen: der Bau des Campus der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und Unternehmensführung (Foto Campus) (Foto Psychologie-Kubus usw.). Die Kontakte und Kooperationen mit traditionsreichen Akademien und Universitäten der ganzen Welt wurden wieder aufgenommen; es wurden leistungsfähige Bildungs- und Forschungsnetzwerke ins Leben gerufen und zahlreiche wissenschaftliche Kooperationsprojekte umgesetzt. Es wurden leistungsfähige Bildungs- und Forschungsnetzwerke ins Leben gerufen und zahlreiche wissenschaftliche Kooperationsprojekte umgesetzt.

 Campusului Universitar FSEGA
Campus der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und Unternehmensführung
Clădirea Avalon
Avalon Gebäude

 

Im Jahre 2015 fanden an 17 der 21 Fakultäten der Babeș-Bolyai-Universität Lehrtätigkeiten in ungarischer Sprache statt während an anderen 9 Fakultäten auch auf Deutsch unterrichtet wurde. Für die 41.690 Studierenden, die bei uns immatrikuliert sind, wurden 337 Bachelor- und Master-Studienprogramme in rumänischer, 119 Bachelor- und Masterprogramme in ungarischer und 18 in deutscher Sprache durchgeführt.

Die Babeș-Bolyai-Universität wurde neulich vom Ministerium als „Universität der fortgeschrittenen Bildung und Forschung” eingestuft. Sie erhielt prestigevolle Platzierungen auch auf internationaler Ebene und befand sich laut den Fachrankings in der Reihe der akademischen Weltelite der Universitäten. Auf nationaler Ebene besetzte sie in den letzten Jahren, gemäß der meisten Rankings, den ersten Platz unter den ungefähr 100 Universitäten des Landes.

So platzierte sich die BBU im Ranking der Best Global Universities 2015 auf den 560. Platz, und im Times Higher Education in der Kategorie 501-600, auf derselben Ebene mit anderen Traditionsuniversitäten Mittel- und Osteuropas wie Krakau, Warschau, Budapest, Bratislava und Ljubljana. Die Babeș-Bolyai-Universität wurde 2015 auch für den Scopus Exzellenzpreis für Forschung, „Scopus Research Excellence Award” vorgeschlagen.

Im "Webometrics"-Ranking (Ranking Web of Universities), welches weltweit 11.996 Universitäten umfasst, rangiert die Babeș-Bolyai-Universität auf Platz 938 und ist somit die bestplatzierte rumänische Universität. In einem allgemeinen nationalen Ranking für das Jahr 2016 befand sich die Babeș-Bolyai-Universität auf den ersten Platz.

Laut "Berichts des Nationalen Metaranking der Universitäten" – 2016 – besetzt die Babeș-Bolyai-Universität den ersten Platz in Rumänien.