Historische Eckpunkte Der Klausenburger Universität

1579-1872 Die Präliminarien

Cluj-Napoca20. Dezember 1579 – Die ersten (katholischen) Schulen der Jesuiten werden in Klausenburg-Mănăştur eröffnet.

12. Mai 1581 – Der Fürst Siebenbürgens, Stephan Báthory, erlässt in Vilna (heute Vilnius, Litauen) die Gründungsurkunde des Jesuitenkollegs zu Klausenburg, mit dem Rang einer Akademie. Das Kolleg erhielt Gebäuden und Grundstücke innerhalb der Stadtmauern des mittelalterlichen Klausenburg, und nämlich in der Platea Luporum (heute Mihail Kogălniceanu-Straße). Der erste Rektor des Kollegs war der polnischstämmige Jesuitenmönch Jacobus Wujek (Vangrovitius). Im Jahr 1585 studierten hier 230 Schüler in sechs Klassen; die Unterrichtssprache war das Latein.

1774 - 1775 – Das Jesuitenkolleg übergeht in der Verwaltung eines anderen katholischen Ordens, der Piaristen, und die neue Einrichtung wird für eine kurze Zeit die Titulatur einer Universitas tragen. In deren Struktur wiederfindet man Lehrstühle für Philosophie, Jura, Medizin und Theologie. Nach dem Jahr 1778 wurde die Theologie nach Alba Iulia (Weissenburg, Karlsburg) übersiedelt.

1800 - 1872 – In Klausenburg sind drei wichtige Bildungseinrichtungen tätig: Das Piaristengymnasium, das reformierte Kolleg und das unitarische Gymnasium. Viele der künftigen Professoren der Klausenburger Universität, unter welchen sich der Polyhistor Sámuel Brassai ausgezeichnet hat, haben an das Kolleg der Unitarier unterrichtet.

1872-1919 Die Zeitspanne der ungarischsprachigen Universität in Klausenburg ("Franz-Josefs-Universität")

Cluj-NapocaSeptember - Oktober 1872 – Durch das Gesetzartikel XIX des ungarischen Parlaments vom 17. September, bestätigt durch den Kaiser Franz Josef am 12. Oktober, wurde die Klausenburger Universität, mit Unterricht in ungarischer Sprache, ins Leben gerufen. Es wurden vier eigenständige Fakultäten eingerichtet: die Fakultät für Rechts- und Staatswissenschaften, die Medizinische Fakultät, die Fakultät für Philosophie, Philologie und Geschichte und die Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften. Die Fakultäten hatten eine gleiche Stellung und erfreuten sich einer inneren Autonomie. Der erste Rektor war der Professor Áron Berde von der Fakultät für Rechtswissenschaften, ein Fachmann im Bereich des Finanzwesens und der Wirtschaft. Neben den vier erwähnten Fakultäten wurde noch ein Pädagogisches Institut für die Ausbildung der Gymnasiallehrer gegründet.

10. - 11. November 1872 – Die Leitungsgremien der Universität werden ernannt und die Vorlesungen eröffnet. Im ersten Semester waren an der Klausenburger Universität 258 Studierende immatrikuliert.

4. Januar 1881 – Der Kaiser Franz Josef erlässt die offizielle Gründungsurkunde der Klausenburger Universität und ist damit einverstanden, dass diese seinen Namen trägt.

1893 - 1902 - Das Hauptgebäude der Klausenburger Universität wird errichtet. Mit einer Gesamtfläche von 4.226 qm wurde dieses vom Architekten Károly Meixner entworfen und durch den Bauunternehmer Károly Reményik erbaut.

1906 - 1909 - Das Gebäude der Zentralen Universitätsbibliothek Klausenburg wird errichtet (die Bibliothek wurde auch im Jahr 1872, gleichzeitig mit der Universität, gegründet).

1872 - 1919 - An der Universität waren über 40.000 Studierende immatrikuliert, davon 2.635 ethnische Rumänen. Von den rumänischen Persönlichkeiten, welche an der Franz-Josef-Universität in Klausenburg studiert haben, befanden sich: Iuliu Maniu (Jurastudent), Iuliu Haţieganu (Medizin), George Coşbuc (Philosophie), Vasile Meruţiu (Naturwissenschaften), und viele andere.

1919-1945 Die rumänische Universität in Klausenburg (Die Universität "König Ferdinand der Erste")

Cluj-Napoca12. September 1919 – Durch das königliche Dekret Nr. 4090, unterzeichnet von Ferdinand I., König von Rumänien, wird beschlossen, dass "die ungarische Universität zu Klausenburg ab dem 1. Oktober 1919 in eine rumänische Universität umgewandelt wird". Die neue Einrichtung umfasste vier Fakultäten: Rechtswissenschaften, Medizin, Wissenschaften, Philologie und Geschichte. Der Professor Sextil Puşcariu von der Fakultät für Philologie wird zum ersten Rektor der rumänischen Universität. Im ersten Semester waren an der Universität 1.871 Studierende immatrikuliert, und im zweiten Semester 2.182 Studierende.

1919 - 1940 - Zu den berühmtesten Professoren der Klausenburger Universität zählten die Wissenschaftler Emil Racoviţă (Direktor des Instituts für Höhlenkunde), Alexandru Borza (Direktor des Botanischen Gartens), Petre Sergescu (Mathematiker und Wissenschaftshistoriker), Ioan Lupaş und Silviu Dragomir (Historiker), Florian Ştefănescu-Goangă (Psychologe), George Spacu (Chemist), Lucian Blaga (Philosoph und Schriftsteller), Victor Papilian (Mediziner), usw.

1927 – Die Klausenburger Universität übernimmt den Namen des Königs Ferdinand I. Zwischen 1927-1948 wird sie somit "Universität König Ferdinand der Erste" heißen.

Juni 1937 - Das Gebäude des Klausenburger Akademischen Kollegs wird eingeweiht, in der Anwesenheit des Königs Karl II. von Rumänien.

August - September 1940– Infolge des Wiener Schiedsspruchs wird die Klausenburger Universität nach Temeswar (Fakultät für Wissenschaften) und Hermannstadt (Fakultäten für Philologie, Rechtswissenschaften und Medizin) übersiedelt.

1940 - 1945 – Während des Zweiten Weltkriegs funktioniert die Universität "König Ferdinand I." ohne Unterbrechung in Hermannstadt und Temeswar. In Klausenburg eröffnen die ungarischen Behörden die Universität "Franz Josef" mit ungarischer Unterrichtssprache.

Mai - Juni 1945 – Die Universität "König Ferdinand I." kehrt wieder nach Klausenburg zurück und übernimmt ihre vollen Rechte.

Parallel funktionierende Universitäten

Cluj-Napoca28. Mai 1945 – durch das königliche Dekret Nr. 407 wird in Klausenburg „vom 1. Juni 1945 eine staatliche Universität mit ungarischer Unterrichtssprache gegründet, mit den Fakultäten: Philologie und Philosophie; Rechtswissenschaften und politische Wirtschaft; Wissenschaften; Humanmedizin“. Die neue Einrichtung wird den Namen „Bolyai“-Universität tragen. 

1945-1959 – Die Rumänische Universität in Klausenburg erfährt eine tief greifende Transformation der institutionellen Struktur und der Humanressourcen, infolge der Umsetzung der Maßnahmen der kommunistischen Regierung. Viele Lehrende werden entfernt, es werden neue Fakultäten und Lehrstühle durch die Umgestaltung der bestehenden geschaffen.

Januar 1948 – die Universität „König Ferdinand I.“ wird in „Victor Babeş”-Universität umbenannt.

"Babes-Bolyai" Universität

Cluj-NapocaMärz-Juli 1959 - Die Rumänische Universität zu Klausenburg wird mit der Ungarischen Universität vereinigt. Die neue Einrichtung wird den Namen „Babeş-Bolyai-Universität” tragen; diese umfasste zum Zeitpunkt der Vereinigung sechs Fakultäten: Mathematik und Physik; Chemie; Naturwissenschaft en-Geografie; Philologie; Rechtswissenschaften; Geschichte und Philosophie. Der erste Rektor der „Babeş-Bolyai-Universität” war der Professor Constantin Daicoviciu (Archäologe).

1995 - Die „Babeş-Bolyai-Universität” unternimmt eine Neugestaltung auf einer multikulturellen Basis. Es werden die drei wichtigsten, auf sprachliche Grundlagen basierten Studienrichtungen gegründet: die rumänisch-, ungarisch- und deutschsprachige Studienrichtung.

2011 – 2012 - Die „Babeş-Bolyai-Universität” wird vom Nationalen Ministerium für Unterricht als „Universität der fortgeschrittenen Forschung und Bildung” eingestuft.