Die Sternwarte

Die Klausenburger Sterwarte wurde zwischen 1921 und 1934 am heutigen Ort des "Sigma Center"-s gebaut (deshalb nennt sich diese Straße "Observatorului", d.h. Sternwartestraße; 1977 wurde die alte Sterwarte abgerissen und auf dieser Stelle das Industriekomplex "Electrosigma" gebaut). Die Initiative der Gründung einer Sterwarte ging vom Mathematikprofessor Gheorghe Bratu (Dekan und Vizedekan der Fakultät für Wissenschaften) aus, welcher auch Direktor der Sternwartei in den Jahren 1919-1920 und 1928-1941 war.

Durch die Bemühungen der Professoren Gheorghe Bratu und Gheorghe Demetrescu (Leiter der Sternwarte zwischen 1921-1928) wurden die ersten Einrichtungen bestellt: ein newtonsches Reflektierteleskop mit einem Spiegeldruchmesser von 50 cm, ein Prin-Äquatorialfernrohr mit einem 20 cm-Objektiv, sowie mehrere Astronomiebücher. Im Jahr 1982 wurde die Sternwarte auf ihren heutigen Ort übersiedelt, im südlichen Teil des Botanischen Gartens.


Die Einrichtung auf dem Niveau des Jahres 1982 bestand aus einem Coude-Zeiss-Refraktor (150/2250), platziert in der Gautier-Prin-Kuppel mit einem Durchmesser von 600 cm, einem Zeiss-Refraktor (100/1000), einem Zeiss-Sextanten und Theodoliten. Diese neueren Instrumente ergänzten die älteren aus der Zwischenkriegszeit, welche damals schon Sammlerstücke geworden sind. In den Achtzigerjahren wurde außerdem die Sternwarte mit einem Reinfelder-Refraktor (130 mm), einem Vierlinder-Astrografen (mit einem quadrilentikulärem Objektiv von 15 cm), einem Frauhoffer-Refraktor 70 mm, einem "lunette de passage" für die Beobachtung der Passierung der Himmelskörper durch das lokale Himmelmeridian, sowie mit einem Universaltheodolit ausgestattet.

Im Jahr 2007, infolge der gepaarten Bemühungen der rumänischen Regierung und der Universität wurde die Ausstattung der Sternwarte erweitert; es wurde eine neue Kuppel mit einem Durchmesset von 450 cm (PD 15 Technical Innovations) installiert, welche einen katadioptrischen Schmidt-Cassegrain-Refraktor der Marke Meade (30 cm) und einen Coronado-Solarrefraktor (60 cm), ausgestattet mit einem Hα-Band-Filter, umfasst. In demselben Jahr wurden auch andere Einrichtungen installiert: ein SBIG-Spektrograf, diverse CCD-Kameras, ein Vixen-Reflektierteleskop welches parallel auf das Coude-Instrument in der alten Kuppel montiert wurde, oder ein Netzwerk mit 15 Dell Rechnern.

In der Sternwarte befindet sich auch eine Fachbibliothek mit über 16.000 Titeln, welche von Montag bis Freitag zwischen 9 und 15 Uhr geöffnet.

Die Sternwarte ist eine Lehr- und Forschungseinrichtung in den Bereichen allgemeine Astronomie, Astrophysik, Himmelsmechanik, künstliche Satelliten. Die Astronomievorlesungen sind geeignet für die Studierenden der Fakultäten für Mathematik-Informatik, und Physik. Die wichtigsten Grundkenntnisse sowie andere Fachkenntnisse werden an demselben Ort unterrichtet, wo die Vorlesungen, Seminare und Labortätigkeiten stattfinden. Die wissenschaftlichen Tätigkeiten der Sternwarte wiederfinden sich in den Forschungsseminaren wie "Himmelsmechanik und Raumforschung", oder "Die Struktur und Entwicklung der Sterne", oder in den veröffentlichen Fachartikeln und Bücher, in den nationalen und internationalen praktischen Tätigkeiten und Workshops, welche hier organisiert werden.
Ab dem Jahr 2008 finden hier auch Veranstaltungen für das allgemeine Publikum statt. Die Besucher/innen werden jeden Freitag Abend erwartet, nach der Abenddämmerung, für ein zweistündiges Programm, welches eine Einleitung (die Simulation der jeweiligen Konfiguration des Sternehimmels, mithilfe einer Projektion und die Beschreibung der Objekte welche beobachtet werden) und einen praktischen Teil umfasst (die Beobachtung von Himmelskörpern mit den Instrumenten der Sternwarte).

Historische Notiz: der erste Asteroid welche einen rumänischen Namen erhalten hat trug die Katalognummer 2331. Dieser trägt den Namen des Astronomieprofessors zu Czernowitz, Temeswar und Klausenburg, Constantin Pârvulescu, welcher Leiter der Klausenburger Sternwarte zwischen 1941 und 1945 gewesen ist, als die Fakultät für Wissenschaften aus Klausenburg infolge des Wiener Schiedsspruches nach Temeswar übersiedelt wurde.