Der Botanische Garten "Alexandru Borza"

Gegründet im Jahr 1920 und geöffnet fürs Publikum im Jahr 1925 am heutigen Standort durch Alexandru Borza, einer der markantesten Persönlichkeiten der rumänischen Biologie, spielt der botanische Garten eine wichtige Rolle in der Wissenschaft, Bildung und Erziehung.

Der botanische Garten erstreckt sich auf eine Fläche von 14 Hektar mit verschiedenen Landschaftsformen, geeignet für das Wachstum und Entwicklung der Pflanzen von mehreren Kontinenten. Hier wachsen ungefähr 10.000 Pflanzenkategorien, aufgeteilt auf mehreren Sektoren; neuerlich wurde, um den Bedürfnissen der Gemeinschaft gerecht zu werden, auch eine Abteilung für sehbehinderte Besucher/innen eingerichtet.

Der Bereich für Zierpflanzen bietet den Besucher/innen eine breite Palette an Pflanzenspezies, deren Farben und Formen sich saisonsmäßig ändern. Hier können wir das Rosarium erwähnen, welches ungefähr 250 Rosenarten und andere Sammlungen von Tulpen, Narzissen, Dalien, Schwertlilien, Hyazinten und Lilien umfasst.

Die phytogeographische Abteilung umfasst mehrere Pflanzengruppen von verschiedenen geographischen Gebieten. Der Orient ist durch den japanischen Garten vertreten, welcher nach dem traditionellen "gyo-no-niwa"-Stil eingerichtet ist. Die Flora der verschiedenen geografischen Gebieten unseres Landes ist auch sehr gut vertreten und dargestellt: die siebenbürgische Ebene und Hochland, die Vegetation der Karpaten und der Schwarzmeerküste. Eine besondere Attraktion bildet auch der Römische Garten, bekannt auch als der Garten des Plinius, dominiert durch die Statue der Göttin Ceres, nebst zweier Steinsarkophagen welche in der aktiken Stadt Napoca entdeckt wurden.

Die systematische Abteilung umfasst die Pflanzenarten gemäß ihrer Familie und der Position in der philogenetischen Evolution, die wirtschaftliche Abteilung gruppiert die Pflanzenarten nach ihrer Nützlichkeit (in der Ernährung von Mensch und Tier, Technik, oder für die Gewinnung von Honig oder Tinkturen). Der Komplex der Gewächshäuser umfasst sechs Abteilungen: das Aquarium-Gewächshaus, das Palmarium, das Gewächshaus mit mediteranen und australischen Pflanzen, mit Saftpflanzen, Bromeliapflanzen und mit Orchideen und Farnen.

Das Botanische Institut beherbergt im Erdgeschoß das Botanische Museum, mit ungefähr 7.000 Exponaten, gruppiert als Sammlungen mit wirtschaftlicher oder ökonomischer Relevanz, oder philogenetisch, nach den Evolutionsstufen, von den Pflanzen mit einer einfachen Aufbau (Algen, Moos, Flechte oder Pilze), bis hin zu den komplexen Pflanzen (Nacktsamer und Angiospermen).

Im ersten Geschoss des Gebäudes befindet sich das Herbarium des Botanischen Gartens, das gräßte und wichtigste des Landes, umfassend 750.000 Bögen mit gepressten Pflanzenarten, andere Bögen (Holotypen), welche für das erste Mal die Existenz gewisser Pflanzenspezies dokumentieren, sowie andere Herbarien, die von wichtigen Persönlichkeiten der Botanik angelegt wurden (Baumgarten, Porcius, Borza). Dieses Herbarium diente als Grundlage für das monumentale Werk "die Flora Rumäniens", in 13 Bänden, welche die botanischen Charakteristika aller in Rumänien vorzufindenden Pflanzen beschreiben.

Durch Austausch von Samen oder vegetalem Material, von Herbariumbögen oder wissenschaftlicher Publikationen hält der Botanische Garten Kontakte mit ungefähr 450 botanische Gärten von allen Kontinenten, aber auch mit Forschungsinstituten und Bibliotheken aufrecht. Diese ist eine Möglichkeit für die Erweiterung der Pflanzensammlungen und eine der Wege des wissenschaftlichen Austausches. Gleichzeitig geben die Mitarbeiter/innen des Botanischen Gartens zwei jährliche Publikationen heraus: die Zeitschrift "Contribuţii Botanice" (Botanische Beiträge) und das Samenkatalog.

Der Botanische Garten wird alljährlich von ungefähr 150.000 Personen besucht und ist somit eines der Symbole Klausenburgs.